Das nenne ich konsequente Gleichstellungspolitik … wie mir heute ein südspanisches Vögelchen getwittert hat, wurde gerade in Andalusien ein umfangreiches Verordnungspaket verabschiedet, das die Mobilität von Bewegungseingeschränkten (Gehbehinderten, älteren Menschen, aber auch z. B. von Schwangeren) verbessern soll… und das geradezu radikal.
Nach den neuen Gesetzen muss nun in allen andalusischen Häusern mit mehr als zwei Etagen bis spätestens 2019 ein Fahrstuhl eingebaut werden, sofern es von der Bausubstanz und der Architektur her möglich ist. Leben Menschen mit Einschränkungen in solchen Gebäuden, die keinen Fahrstuhleinbau zulassen, erhalten sie einen Rechtsanspruch auf eine behindertengerechte Alternativwohnung an einem anderen Ort. Die Junta de Andalucía rechnet damit, dass 40 bis 70 Prozent der Gesamtbevölkerung von den neuen Regelungen profitieren werden und bezeichnet diese auch als “wichtigen Fortschritt im Abbau mentaler Barrieren”.
Zuwiderhandlungen werden übrigens mit bis zu 300 000 Euro hohen Strafen sanktioniert… man stelle sich so einen Handlungswillen und so eine Entscheidungskraft einmal in Deutschland vor. Die Berliner Bauordnung schreibt z. B. in Paragraph 38, Absatz 4 erst ab vier Geschossen eine Aufzugspflicht vor. Immerhin folgt aus Paragraph 51 die Pflicht bei Neubauten, Wohnungsflächen vollständig barrierefrei zu gestalten…


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