Erinnert Ihr euch noch an die Geschichte mit dem norwegischen Zimmerschlüssel? Bien. Ich hatte ja eine Menge Geld von meinem deutschen Handy aus vertelefoniert (weil das spanische gerade kein Guthaben mehr hatte), um quer durch Granada der Demenz meiner Mitbewohnerin hinterherzutelefonieren. Eigentlich war es dann so gedacht, dass sie dafür ein Abendessen ausgibt, einfach etwas Nettes, Lockeres und Leckeres innerhalb der WG.
Nett, locker und erst recht lecker ist allerdings, da bin ich mir endgültig sicher, nichts an dieser Person. Nicht nur, dass sie einfach so entschlossen hat, heute abend zum bewussten Anlass einen Linsen- und Saubohneneintopf zuzubereiten (wer mich kennt, weiss, dass ich von Linsen das Kotzen kriege - ich kann nichts dafür, es ist eben so und war immer so). Nein, als ich dann mal leise anmerkte, dass mir das nicht wirklich zusagt, wurde ich einfach abgebügelt, dass das aber lecker sei und ich schon sehen werde. Und ausserdem mal etwas anderes auf den Tisch müsse als immer nur Fleisch. Ach ja, ganz nebenbei wurde ich dann gestern auch noch eingenordet, dass sie es gerne sähe, wenn wir uns ein bisschen schön anziehen würden und den Tisch fein zurechtmachen, mit Kerzen und Blümchen und und ….. :-O
Ahnt Ihr, wie die Sache ausgegangen ist? Richtig, ich bin rechtzeitig vor Beginn dieses Krampfes ausgeflogen und habe mich entschieden, die Norwegerin ihre kranken Mutterkomplexe allein ausleben zu lassen. Nach einem kleinen Spaziergang durch die Stadt und Einkaufstour sitze ich jetzt im Internet-Café und kotze mich, ganz nach meiner Art, im Web aus
. Ist etwas schade für Na., die das Ganze nun ungefiltert ertragen muss, aber sie war in ihrer japanischen Höflichkeit und ihrem Verpflichtungsgefühl einfach nicht zu überreden, mit mir zusammen die Biege zu machen.
Ich komme selbst aus einem Stall, in dem das Niedliche und Angestrengte, besonders in der Einrichtung, viel zu lange und viel zu oft auf die Spitze getrieben wurde. Hier etwas mit Spitze, da etwas Nippes aufm Tisch … das geht überhaupt nicht mehr mit mir. Wenn ich hier in einer Studentenwohnung lebe, will ich mich ausserdem ungezwungen und auch einfach zu Hause fühlen. Das heisst nicht, dass man sich nicht um seine Bude kümmern soll. Aber verdammt noch mal, ich lasse mir von dieser Walküre weder vorschreiben, was ich zum Abendessen anziehe, noch WAS ich esse (”Immer Fleisch, Fleisch, Fleisch… das ist NICHT GUT! Ich habe Rheuma, das ist wie Krebs! Willst DU das etwa AUCH?”)… für wen hält die sich eigentlich? Welche Kompetenz und welche Autorität zieht sie bitte daraus, einfach nur dreissig Jahre älter zu sein?
Die Geschichte heute abend war der Dolchstoss. Dieses Mal habe ich mich rausekeln lassen. Beim nächsten Mal wende ich mich an die Schule. So geht es nicht weiter, auch wenn ich nur noch erstmal zwei Wochen hier bin.


3 Antworten bis jetzt ↓
1 ovilava41 // Feb 8, 2009 at 09:55
Hi, hat die norwegische Missionarin Dich mit Linsen und Bohnen ‘vergiften’ wollen? Du kannst aber froh sein, denn wie Du weißt gibt jedes Linschen ein Bimschen und jedes Böhnchen ein Tönchen ^^, allein zu schlafen. Die paar Tage packst Du auch noch, lasse sie Dir nicht vermiesen
und unternimm noch was mit mit N. & Co.
2 Chris // Feb 9, 2009 at 22:52
esta loca esa chica. no tienes che comer esa madera e no tienes a ecsuchar la majaderìa. joder! vas a salir con las amigas e a bailar. la vida es solamente una. disfrutala! besos
3 Maru // Feb 13, 2009 at 13:41
De verdad, qué razón tienes, tío…
Pero creo que mi reacción de otro dia tuvo exactamente el efecto desiderado… parece que ella ahora tiene miedo de hablar conmigo
. Por lo menos, ya no me molesta, y espero que vaya a pasar mi ultima semana de la primera mitad de mi estancia aquí bastante bien… si no bailando, entonces seguramente en los bares, ya he quedado con las chicas para mañana
… por una noche definitivamente sin noruegas
.
Hinterlasse einen Kommentar