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Emergencia

La patata caliente

Spanien aus der Kartoffelperspektive

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Emergencia

Januar 29th, 2009 · 1 Kommentar

So, jetzt habe ich mich einigermaßen wieder beruhigt, und außerdem ist Na. heute morgen gegen fünf Uhr wieder aus Paris angekommen, und die Sonne scheint wieder von einem wolkenlosen Himmel (echt wahr! :-D )…

Viel länger hätte sie mich mit der Norwegerin allerdings auch nicht in der WG alleine lassen dürfen, sonst hätte ich entweder a) einen Koller bekommen oder b) mein Bett in der Sprachschule aufgestellt :-o … die jüngste Katastrophe spielte sich gerade erst gestern abend wieder ab. Ich war gerade nichtsahnend mit zwei schweren Einkaufstüten aus dem Mercadona Richtung Wohnung unterwegs und stand schon vor der Eingangstür, als ich von hinten dieses unverwechselbar skandinavische Englisch hörte: “Thank Gooood you’re here! I’ve lost my keys, what can I do?” Offenbar hatte sie tatsächlich schon eine Viertelstunde in der Kälte darauf gewartet, dass irgendjemand ins Haus ginge, damit sie zumindest nicht weiter frieren müsste. In die Wohnung wäre sie dann freilich immer noch nicht gekommen - das Problem ihrer verlorenen Schlüssel verschärfte sich dann ja auch noch dadurch, dass wir beide die einzigen waren, die in der WG anwesend waren. Ihr Handy hatte sie auch in ihrem Zimmer eingeschlossen (wie sinnig) so dass sie nicht einmal jemanden verständigen konnte ;-) … Nun gut, jetzt war ich ja da und konnte sie hereinlassen, aber ihre Zimmertür öffnete sich trotzdem nicht von selbst …

Ihre Vermutung war nun, dass sie ihren Schlüsselbund entweder bei der Physiotherapie oder in einem Schuhgeschäft liegengelassen hatte, die beiden Orte, an denen sie sich am Nachmittag am längsten aufgehalten hatte.

Aber was macht man, wenn man sich bisher trotz Sprachkurs nach wie vor standhaft weigert, im Alltag Spanisch zu reden, wenn Englisch doch so viel bequemer ist? Richtig, man geht der fließend sprechenden Mitbewohnerin auf den Wecker und trägt ihr mit sanfter Gewalt auf, jetzt bitte alle Stationen durchzutelefonieren, ob irgendwo Schlüssel aufgetaucht seien. Wer mich kennt, weiß, dass ich nur widerwillig solche Anrufe mache, und schon gar nicht hier in Granada, wo der Dialekt am Telefon noch viel anstrengender ist als vis-a-vis, da die optische Komponente, Gestik etc. wegfallen… Natürlich habe ich es hinbekommen und auch überlebt ;-) , aber ich werde generell nicht gerne in das Chaos anderer Leute hineingezogen, und die Anrufe gingen auch alle auf meine Kosten (wobei ich die Norwegerin inzwischen immerhin schon verpflichtet habe, ein großes Abendessen für die ganze WG auszurichten… das wird ihr auch nicht weh tun, wie sie gestern noch erzählte, hat sie nämlich gerade geerbt ;-) )…

Nun ja, die Schlüssel waren weder in der Praxis noch im Schuhladen. Konnten sie auch gar nicht sein, da sie die ganze Zeit im Bad lagen, die Norwegerin war nur zu hektisch, sie auch wahrzunehmen. Zwischendurch hatten wir aber noch extra Pa. mit dem Ersatzschlüssel von zuhause kommen lassen müssen (ratet mal, wer _den_ Anruf gemacht hat), der dann endlich (nicht ohne diverse Kommentare) das Zimmer geöffnet hat, damit die Gute an ihre Medikamente und ihre Heizdecke gelangen konnte, nach denen sie sich so sehnte…

Damit war der Abend natürlich noch nicht beendet. Zum Dank wurde ich anschließend noch in ein Gespräch über norwegische Familieninterna verwickelt. Ich bin jetzt z. B. vollkommen im Bilde über sämtliche Kinder, Enkel, deren Berufe bzw. Berufswünsche, weiterhin über den Immobilienbesitz, die Krankengeschichte, sportliche Vorlieben und Haustiere.

Nicht dass es mich besonders interessiert hätte. Aber das zählt in Skandinavien wahrscheinlich nicht soviel…

Tags: Leute · Spanische Sprache

1 Antwort bis jetzt ↓

  • 1 Escapada // Sep 22, 2010 at 08:44

    [...] Ihr euch noch an die Geschichte mit dem norwegischen Zimmerschlüssel? Bien. Ich hatte ja eine Menge Geld von meinem deutschen Handy aus vertelefoniert (weil das [...]

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